BER vs. Schulpolitik
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Unser Fazit

Aufgrund der vorliegenden Testergebnisse und Verzögerungen ist mittlerweile zu vermuten, den voraussichtlichen Eröffnungstermin, den 27. Oktober 2013, nicht halten zu können. Noch gibt es viel zu viel an dem Flughafen zu arbeiten, wobei man speziell die Sicherheitsvorkehrungen in den Vordergrund stellen sollte. Durch die massiven Verzögerungen und das Pfuschen am Bau, zum Beispiel beim Bau der Brandschutzanlage des BER, wird das "Drehkreuz des Ostens" voraussichtlich noch für eine lange Zeit eine Illusion bleiben und sich wohl nie als finanziell lohnenswert erweisen.

Nun haben wir das Projekt abgeschlossen, aber das Thema ist noch lange nicht beendet. Es ist offen, wie lange der Flughafen noch braucht und ob er überhaupt irgendwann fertig sein wird. Die Diskussion in den Medien und in der Politik wird noch eine lange Zeit weiter gehen.

Ein sehr interessanter Aspekt dieses Projektes war, dass man immer noch neue Informationen über Vorkommnisse, die zu Beginn unseres Projektes noch gar nicht existiert haben, gefunden hat. Das meint die Presse bezüglich neuer Termine, Umbauten etc. Das neueste, das wir jetzt nach Beendigung des Projektes erfahren haben, war: Der Eröffnungstermin für den Flughafen ist wieder in Gefahr. Es wurde gegen die Bauordnung verstoßen und der Brandschutz ist immer noch nicht geklärt. Wenn jetzt auch noch Gebäudeteile abgerissen werden, dauert alles noch viel länger. Die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands, Air Berlin, hat nun Klage in Millionenhöhe beim Landesgericht Potsdam eingereicht. Wenn Air Berlin damit Erfolg hat, werden wahrscheinlich noch mehr Klagen auf die Flughafengesellschaft zukommen. Es kamen immer neue Pannen hinzu, die Verantwortlichen kamen und gingen wieder und Millionen um Millionen an Steuergeldern wurden neu gebraucht. Gelder, die unserer Meinung nach andernorts, z.B. in Schulen, deutlich sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Im Laufe der Zeit haben wir Sachen entdeckt, die uns unglaublich und manchmal sogar fast komisch erschienen, wenn es nicht ein so komplettes Versagen gewesen und es dabei um so große Summen gegangen wäre. Weniger lustig fanden wir den folgenden Sachverhalt. Unsere Schule hat jährlich ca. 200.000 Euro zur Verfügung, was bei 1.250 Schülern 160 Euro pro Schüler macht. Darin sind schon 85 Euro Elternbeitrag für Lernmittel pro Schüler enthalten. Für den sinn- und nutzlosen Ankauf des Ackerlandes als "Baufeld Ost" wurden 200 Millionen Euro ausgegeben, die durch den Spekulationsverlust unwiederbringlich weg sind. Aufgeteilt auf die ca. 277.000 Berliner Schüler (Stand 2010) hätte das 722 Euro pro Schüler in ganz Berlin ergeben. Damit wären z.B. 8,5 Jahre Elternbeitrag für Lernmittel je Schüler bezahlt gewesen - oder ein wirklich gutes Notebook für jeden Schüler. Uns ist bewusst, dass diese Rechnung natürlich ein wenig das ist, was man eine "Milchmädchenrechnung" nennt. Mitte der 1990er Jahre verpulvertes Geld kann man nicht wirklich in heutigen Maßstäben und zu heutigen Preisen aufrechnen. Aber diese kleine Rechnung macht die Dimension deutlich, mit welcher Leichtfertigkeit Geld verschwendet wurde, das anderenorts, zum Beispiel in den Schulen, fehlte und dort sicher bessere Verwendung gefunden hätte.

Wir haben im Lauf unserer Arbeit an diesem Projekt auch erkannt, dass es für das Funktionieren einer Demokratie nicht genügt, hin und wieder die eine oder auch andere Partei zu wählen und sich ansonsten zurückzulehnen und das weitere Geschehen vom Sofa aus im TV zu betrachten, sondern dass man sich auch persönlich einbringen muss, um den eigenen Standpunkt sowie die eigenen Belange zu vertreten und um Desaster wie die Planung des BER zu verhindern.