BER vs. Schulpolitik
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Finanzierung

Die Finanzierung besteht aus drei Teilen: einer Gesamt-Kreditaufnahme mit acht beteiligten Banken in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, einer Gesellschaftereinlage in Höhe von 430 Millionen Euro und einem Eigenfinanzierungsbeitrag der Berliner Flughäfen in Höhe von 440 Millionen Euro.

Die Gesamtkosten des Flughafens sollten 2,83 Milliarden Euro nicht überschreiten. Die Kosten für Terminal, Fluggastbrücken und Gepäckanlage liegen inzwischen bei wenigstens 1,22 Milliarden Euro (Stand: Mai 2012) und damit beim Doppelten der ursprünglich veranschlagten Kosten. Die Gesamtkosten betragen wenigstens 4,5 Milliarden Euro. In den Gesamtkosten sind die bisherigen Kosten durch die Verschiebung der Inbetriebnahme von wenigstens 586 Millionen Euro enthalten. Die Mehrkosten für den Steuerzahler liegen inzwischen bei mindestens 1,17 Milliarden Euro (Stand: August 2012).

Schadensersatzforderungen, wie sie von verschiedenen Fluggesellschaften angekündigt wurden, sind darin nicht berücksichtigt. Anfang November 2012 gab die Fluggesellschaft Air Berlin bekannt, eine Klage gegen die Betreibergesellschaft FBB eingereicht zu haben. Die Fluggesellschaft schätzt den finanziellen Schaden durch die verschobene Eröffnung noch vor dem Winterbetrieb am Flughafen Tegel auf eine zweistellige Millionenhöhe, Gespräche zwischen der Betreibergesellschaft und Air Berlin über möglichen Schadensersatz waren gescheitert. Auch die Deutsche Bahn will für die Kosten durch die Verschiebung Schadensersatzforderungen einklagen. Nach eigenen Angaben entgehen dem Unternehmen pro Monat Einnahmen in Höhe von rund 620.000 Euro, bis Ende Oktober 2012 seien bei der Deutschen Bahn 34 Millionen Euro Schaden entstanden.

Die Flughafengesellschaft kann zur Zeit keine weiteren Kredite mehr aufnehmen. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg als Gesellschafter wollten die Finanzierungslücke durch eine Kapitalerhöhung über rund 500 Millionen Euro sowie durch ein Gesellschafterdarlehen schließen. Insgesamt sicherten sie schließlich eine Zusatzfinanzierung von 1,2 Milliarden Euro zu.

Im Grunde genommen stand die Finanzierung von Anfang unter keinem guten Stern. Ein bezeichnendes Beispiel für ist der Schildbürgerstrich, den der Ankauf des sogenannten "Baufeldes Ost" darstellt. Noch während des Planungsverfahrens, als noch nicht einmal die Standortwahl abgeschlossen war, kaufte die damals noch als Flughafen Berlin Schönefeld GmbH firmierende Betreibergesellschaft auf politischen Druck hin durch die Brandenburgische Landesentwicklungsgesellschaft rund 100 Hektar Ackerland zu weit überhöhten Preisen auf. Die Angaben zum gezahlten Preis schwanken zwischen 200 Millionen Euro (Wikipedia) und 500 Millionen Euro (Potsdamer Neueste Nachrichten). Andere Quellen (Focus) sprechen davon, dass der "Grundstückskauf (Baufeld Ost) zu 500 Millionen Mark Spekulationsverlust" Spekulationsverlust führte. Fakt ist, dass das aus dem Ankauf entstandene "Baufeld Ost" im Jahr 2007 noch einen Buchwert von 40 Millionen Euro hatte und bis heute nicht durch den Flughafen genutzt wird.


Quellen
Diverse: Flughafen Berlin Brandenburg. Wikipedia, die freie Enzyklopädie. 09.10.2012 [http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Berlin_Brandenburg#Kosten.#Finanzierung_und_Verzögerungen] Stand: 18.10.2012
k.A: Flughafen hat schon Milliarden verschlungen. Tagesspiegel. 19.6.2012
[http://www.tagesspiegel.de/berlin/flughafen-hat-schon-milliarden-verschlungen/6768024.html] Stand: 10.10.2012
Tiede, Peter: Baufeld Ost steht kurz vor Verkauf. Potsdamer Neueste Nachrichten. 13.12.2007
[http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/35407/] Stand: 19.10.2012
Desselberger, Alex: Berlin-Schönefeld zum Nulltarif? Focus. 06.04.1996
[http://www.focus.de/politik/deutschland/grossflughafen-berlin-schoenefeld-zum-nulltarif_aid_157965.html] Stand: 19.10.2012