BER vs. Schulpolitik
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Die Planung

Lageplan BER Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 stellte sich der Lufthansa Chef-Heinz Ruhnau vor ein Flughafen zu errichten der mit Großflughäfen aus anderen Länder mit halten kann. Der Großflughafen soll als Drehkreuz zum Osten genutzt werden. Baustart am liebsten sofort, Kosten egal, ökologische Bedenken keine. Verkehrsminister Matthias Wissman war total begeistert und sagte, so könne Berlin seiner Funktion als Hauptstadtregion gerecht werden. Heinz Ruhnau sollte als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG die Fluglinie, die damals noch der offizielle Flagcarrier der Bundesrepublik Deutschland war, sanieren. Da schien ein ein neuer Hauptstadtflughafen gut ins Konzept zu passen. Heinz Ruhnau stellte sich vor, das der Flughafen genau so wird wie der Großflughafen Chicagos.

Im Jahr 1994 schlägt der Bundesrechnungshof Alarm, da zwei Gutachten vom 15. und 20. Dezember vor einem neuen Skandalprojekt warnten. Die Prüfer hielten es nicht für verantwortbar, ein so großes und risikoreiches Projekt zu bauen, das die öffentlichen Haushalte in Milliardenhöhe belasten könnte. Bei Untersuchungen stießen die Prüfer auf Zahlen, die unkalkulierbar finanzielle und ökologische Risiken zeigten und immer trafen immer wieder auf schlampiges Geschäftsgebaren der Flughafengesellschaft.

Obwohl man nicht wusste, wie groß der Flughafen werden wird oder wie viel Platz benötigt würde, kauften die Geschäftsführer ihm Auftrag von BBF ihn der Nnähe des DDR Flughafen Schönefeld 118 Hektar ungenutztes Ackerland. dieser - wie sich später herausstellte - voreilige Kauf kam den Steuerzahlern teuer zu stehen. Durch Spekulation in Folge der Kaufgerüchte stieg der Preis ihn die Höhe, so dass die Aufkäufer schließlich 400 DM pro Quadratmeter bezahlen mussten.

Manfred Körtgen war seit 2004 Projektleiter des BER. Er hatte viel Erfahrung mit der Planung und den Bau großer Projekte. 1996 hatte er die Grunderneuerung des Düsseldorfer Flughafens nach dem großen Brand erfolgreich geleitet. Allerdings war die geplante Fertigstellung des BER von vornherein nicht einzuhalten. Es wurde ein zu enger Kosten- und Zeitplan erstellt, den man niemals zu halten war. Es wurde geplant, dass der Flughafen nicht mehr als 2,2 Milliarden ? kosten würde.

Allerdings gab es schon von Anfang an Probleme. Die Anwohner forderten einen besseren Schallschutz für den Airport. Die Brandschutzanlage funktionierte zu keinem Zeitpunkt richtig. Die Kosten für das Terminalgebäude wurden ursprünglich auf 620 Millionen ? geschätzt. Doch durch die aufgekommenden Probleme hat sich der Preis verdoppelt. Einen Beitrag dazu leisteten die Baufirmen, die nicht sauber gearbeitet hatten. Es wurde immer wieder erwähnt, dass die Firmen auf der Großbaustelle gepfuscht hätten und das bewahrheitete sich nun. Doch auf diese Probleme, auf die von verschiedenen Seiten immer wieder hingewiesen wurde, hatte keiner ber Verantwortlichen wirklich berücksichtigt. Es gab nur ein Ziel - der Großflughafen Berlin - Brandenburg.

Baustelle BER Es gab schon lange Zweifel am Projekt eines Großflughafens an sich, doch Ploitiker, Planer und Architekten haben diese einfach überhört. Schon als die Planung des Großflughafens begann, war eigentlich jedem, der Rechnen konnte, klar, dass der Bau den Kostenplan sprengen würde. Es ist unverantwortlich, dass trotz dieser Zweifel nichts unternommen wurde, um die Kosten niedrig zu halten. Der Flughafen wurde einfach blind nach dem einmal geplanten Standard gebaut. Niemand hatte daran gedacht, dass es Probleme gibt, die den Eröffnungstermin des Flughafens verzögern und die Gelder verschlingen würden um später diese Probleme wieder zu beheben. Es wurden zu viele Wunschvorstellungen in den Flughafen gesteckt, die Firma GMP , die mit den technischen Bauzeichnungen beschäftigt war, wurde mit Begehrlichkeiten überflutet. Die Mitarbeiter sind bei den vielen zusätzlichen Veränderungen nicht mitgekommen und waren überfordert.

Der Flughafen wurde falsch kalkuliert und es wurden Unmengen von Geldern verschwendet. Nun stellte sich noch heraus, dass der Chefplaner Manfred Körtgen an seiner Doktorarbeit geschrieben hatte, als der Bau des Flughafens aus den Fugen geriet. Körtgen muss jetzt dafür sorgen , dass der Flughafen zum nächsten Termin betriebsfähig ist.

Aber nicht nur Manfred Körtgen hat die Verantwortung. Reiner Schwarz müsste auch zur Verantwortung gezogen werden. Er versicherte glaubhaft, dass der Termin eingehalten wird. Doch man sah, dass der Termin niemals einzuhalten war. Es ist ein zu großes Projekt, um den Flughafen verbindlich auf einen niedrigen Bau- und Kostenplan festzulegen. Und das zeigte sich spätestens, als der Bau des Flughafens immer wieder über die Termingrenze ging. Nach der Meinungen der Kritiker war es offensichtlich, dass der Flughafen nicht termingerecht fertig wird. Allerdings wurden ihre Aussagen immer wieder überhört und verdrängt.

Das ist nur einer der Gründe, warum der Flughafen nur eine große Baustelle ist und noch lange nicht im Betrieb genommen werden kann. Für die meisten Politiker ist die Sache klar. Reiner Schwarz sollte die Konsequenz ziehen und zurücktreten. Die Frage ist nur, vor oder nach der Fertigstellung? Allerdings muss man bedenken, dass der Flughafen einfach mit den Problemen weitergegeben wird, falls Reiner Schwarz entlassen wird. Würde es sich lohnen?

Das fragen sich im Moment viele. Aber man sollte sich lieber drauf konzentrieren, dass der Flughafen doch noch irgendwann in Betrieb genommen werden kann. Als Fazit kann festgehalten werden, dass der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg ein großen und verwirrendes Geflecht aus den verschiedensten Interessen seitens der Politik, Planer, Bürger und Entrepreneure war und ist. Man kann nur schwer zurückverfolgen, wie die einzelnen Verantwortlichen in welchen Zusammenhang zu einander stehen. Transparenz sieht jedenfalls anders aus. Tatsache ist, dass es Jahre gedauert hat, bis der Bau beginnen konnte und es wird offensichtlich noch Jahre dauern, bis er beendet ist. Der Flughafen ist ein Prestigeprojekt, das nach heutigem Stand der Dinge niemals den Zweck erfüllen wird, mit den die Planer und Architekten gerechnet hatten - ein internationales Drehkreuz.


Quellen
Schwenn, Kerstin: Der Fehlstarter. FAZ. 10.5.2012
[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/flughafenchef-rainer-schwarz-der-fehlstarter-11745811.html] Stand: 10.10.2012
Unterreiner, Viktoria: Rainer Schwarz stürzt mit seinem wichtigsten Projekt ab. Morgenpost. 09.05.2012
[http://www.morgenpost.de/flughafen-berlin-brandenburg/article106274233/Rainer-Schwarz] Stand: 18.10.2012
Kurspjuweit, Klaus: Hoch gelobt, tief gefallen. Tagesspiegel. 18.05.2012
[http://www.tagesspiegel.de/politik/der-geschasste-manfred-koertgen-hoch-gelobt-tief-gefallen/6645276.html] Stand: 25.10.2012
Petersen, Lars: Millionen-Regress für Star-Architekten? BZ Berlin. 11.05.2012
[http://www.bz-berlin.de/service/flughafen-berlin-brandenburg/millionen-regress-fuer-star-architekten-article1452966.html] Stand: 25.10.2012
k.A: Geschlampt und Geschönt. Spiegel online. 13.02.1995
[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9157811.html] Stand: 18.10.2012
Aehnelt, Robert: Baustelle Flughafen Berlin Brandenburg. 29.03.2010
[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Baustelle_Flughafen_Berlin_Brandenburg_2010.jpg] Stand: 17.10.2012
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